Oft fahre ich zuhause drei Stunden auf der Rolle
Von Edward Swier
Unter allen Rennfahrern, die regelmäßig auf dem Antares trainieren, ist Bruno Risi vermutlich der erfahrenste. Der Sechstagekönig, mit seinen charakteristischen, goldblonden Locken, hat bereits einen beachtlichen Teil seines Radsportlebens auf der Rolle verbracht. “Schön ein bisschen die Beine bewegen”, lacht er. “Ein bisschen”? “Na ja, es kommt schon mal vor, dass ich drei Stunden auf der Rolle trainiere. Vor dem Fernseher, damit keine Langeweile aufkommt. Oder in der Küche, in Gesellschaft anderer. Insbesondere, wenn das Wetter schlecht ist, habe ich keine Lust, im Freien zu trainieren. Für einen Bahnrennfahrer wie mich, ist die Rolle ideal”.
Während eines Sechstagerennens hingegen benützt Risi die Rolle relativ selten. “Da fahre ich lieber nachmittags eine halbe Stunde auf der Bahn, um die Beine zu lockern. Zwischen zwei Sechstage-Rennen und insbesondere in der Vorbereitungsphase verbringe ich aber sehr viel Zeit auf der Rolle.”
Noch effektiver trainieren
Es verwundert Risi, dass nicht schon früher jemand die Idee für eine konisch zulaufende Rolle hatte. Er ist froh, dass sich diese technische Verbesserung durchgesetzt hat. “Jetzt kann man noch effektiver trainieren.”
Er selber tritt, und das ohne Probleme, häufig mit einer Trittfrequenz zwischen 140 bis 145 Umdrehungen pro Minute. Auf der Bahn ist er, und das trotz seiner inzwischen vierzig Jahre, unglaulich schnell im Oval. Dies macht ihn zu einem, von vielen bewunderten, Mitglied des Alpenexpresses Risi-Marvulli. |

 |
Bruno Risi ist im Augenblick der erfolgreichste Sechstagerennfahrer. Der Schweizer, der am 6. September seinen 40. Geburtstag feierte, hat bereits 54 Siege zu Buche stehen. Außerdem ist er 5-facher Weltmeister im Punktefahren und 2-facher Weltmeister im 2-er Mannschaftsfahren. Olympisches Gold allerdings hängt, sehr zu seinem Bedauern, noch nicht um seinen Nacken. Wundern Sie sich also nicht, wenn Risi in London, während der Spiele 2012, wieder mit dabei sein wird. |
|